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Das Überprüfen der persönlichen Waffe(n) auf Feuerbereitschaft sollte zu einer festen Angewohnheit werden. Dieser Bericht beschreibt Zweck und Durchführung einer solchen Kontrolle und orientiert sich dabei am militärischen Standardablauf.


Die eigene Waffe in Feuerbereitschaft zu versetzen und in Feuerbereitschaft halten, ist ein wichtiger Baustein in der Schießausbildung. Dazu gehören u.a. Lade- und Entladetätigkeiten, das Beseitigen von Störungen aller Art, bei Gewehren das Einschießen der jeweiligen Visiereinrichtung sowie das Durchführen von kleineren Reparaturen und nicht zuletzt die Überprüfung, ob sich die Waffe im Status der Feuerbereitschaft befindet. Diese Handgriffe sollten zum einen standardisiert und robust sein. Zum anderen den vier Sicherheitsregeln genügen. Das heißt sie sollten auch noch bei Dunkelheit oder bei Kälte angewandt werden können und sie sollten auch noch im 8-Mann-Trupp eine 360°-Sicherheit gewährleisten. Heutzutage ist das Überprüfen der persönlichen Waffe Bestandteil der Grundlagenausbildung in fast allen Ausbildungskonzepten. Im militärischen Sprachgebrauch nennt man es Persönliche Sicherheitskontrolle (PSK). Der US-Amerikaner nennt es Pre-Combat Check (PCC).

PCC, PCI und PSK
Ein Pre-Combat Check (PCC) oder eine Pre-Combat Inspection (PCI) kann in der militärischen Welt sehr umfangreich sein und beinhaltet auch sonstiges Material ? nicht nur Handfeuerwaffen. Die Abläufe beim Überprüfen der persönlichen Waffen haben bei Bundeswehr, Schweizer Armee oder US-Streitkräften inklusive deren Spezialeinheiten nur marginale Unterschiede. Einen fast schon rituellen Status hat der Pre-Combat Check bei US-amerikanischen Schießausbildern, welche Dienstzeiten in Spezialeinheiten absolviert haben.

Zweck
Der Pre-Combat Check stellt den gewünschten Ladezustand der Waffe her und damit die Einsatzbereitschaft sicher. In der Regel ist dieser Ladezustand: Patrone im Patronenlager, Magazin voll, Reservemagazin am Körper. Die Überprüfung, ob 1.) ein Reservemagazin vorhanden ist und ob dieses 2.) gefüllt ist, wird beim Pre-Combat Check gern vernachlässigt; gehört aber zum Standardablauf.
Durchgeführt wird ein Pre-Combat Check bspw. vor dem Beziehen einer Stellung, nach einem Magazinwechsel, während Gefechtspausen oder im Training vor dem Beginn der Schießübung.

Durchführung Pistole
Je nach Vorschriftenlage und Waffe ergeben sich Unterschiede im Detail. Bei einer Pistole beginnt der Pre-Combat Check damit, dass die Waffe in Nachladeposition gebracht wird. Das Magazin wird entnommen, um den Füllstand zu kontrollieren. Das Magazin wird wieder in die Waffe eingeführt und der feste Sitz geprüft. Danach wird der Verschluss weit genug zurückgezogen, um die Patrone sehen zu können, die sich im Patronenlager befinden sollte. Der Verschluss wird wieder geschlossen, wobei auf eine korrekte Verriegelung geachtet wird. Die Waffe wird geholstert.
(Besonderheiten: Bei Single-Action Pistolen wird vor dem Holstern kontrolliert, ob die Waffe gesichert ist. Bei Double-Action Pistolen wird die Waffe ggf. über den Entspannhebel entspannt.)
Der Schütze greift nach seinem Reservemagazin und kontrolliert dessen Füllstand sowie korrekten Sitz an der Ausrüstung.

Durchführung Gewehr
Exemplarisch wird der Ablauf für ein AR-15 beschrieben. Bei Magazinkörpern mit einer Füllstandsanzeige besteht kein Grund das Magazin zu entnehmen. Der Schütze überprüft lediglich den festen Sitz des Magazins. Die linke Hand geht zum Vorderschaft, die rechte Hand zieht den Spannschieber weit genug zurück, bis die Patrone im Patronenlager wahrgenommen werden kann. Spannschieber und Verschluss werden mittels Federkraft wieder nach vorn gebracht. Zusätzlich betätigt der Schütze die Schließhilfe (forward assist) mit dem Hand- bzw. Daumenballen der rechten Hand, um die korrekte Verriegelung des Verschlusses sicherzustellen. Mit den Fingern der linken Hand wird die Staubschutzklappe geschlossen. Der Daumen der Schusshand prüft simultan, ob die Waffe gesichert ist. Der Schütze überprüft die Visiereinrichtung (Sind Klappvisiere aufgeklappt? Ist bei einer A2-Standardvisierung die richtige Größe der Lochkimme aufgeklappt? Ist der Rotpunkt in Betrieb? Ist bei Optiken mit variablen Vergrößerungen die gewünschte Vergrößerung gewählt?) Bei Waffen mit Schubschaft überprüft er zusätzlich die richtige Länge sowie deren festen Sitz.
Der Schütze greift nach seinem Reservemagazin und kontrolliert dessen Füllstand sowie korrekten Sitz an der Ausrüstung.
Besonderheit Dunkelheit: Bei Dunkelheit ist der Ablauf analog. Allerdings wird ein Finger der linken Hand dazu benutzt, um die Patrone im Patronenlager zu ertasten.

Waffe in Nachladeposition
Das Magazin wird entnommen, um den Füllstand zu kontrollieren


Das Magazin wird wieder in die Waffe eingeführt und der feste Sitz geprüft


Der Verschluss wird weit genug zurückgezogen, um die Patrone sehen zu können, die sich im Patronenlager befinden sollte


Der Schütze greift nach seinem Reservemagazin?


? und kontrolliert dessen Füllstand sowie korrekten Sitz an der Ausrüstung


Bei Magazinkörpern mit einer Füllstandsanzeige besteht kein Grund das Magazin zu entnehmen. Der Schütze überprüft lediglich den festen Sitz des Magazins


Die linke Hand geht zum Vorderschaft, die rechte Hand zieht den Spannschieber weit genug zurück, bis die Patrone im Patronenlager wahrgenommen werden kann


Spannschieber und Verschluss werden mittels Federkraft wieder nach vorn gebracht. Zusätzlich betätigt der Schütze die Schließhilfe (forward assist) mit dem Hand- bzw. Daumenballen der rechten Hand, um die korrekte Verriegelung des Verschlusses sicherzustellen


Mit den Fingern der linken Hand wird die Staubschutzklappe geschlossen


Der Daumen der Schusshand prüft simultan, ob die Waffe gesichert ist. Der Schütze überprüft die Visiereinrichtung und die Position des Schubschaftes


Der Schütze greift nach seinem Reservemagazin und kontrolliert dessen Füllstand sowie korrekten Sitz an der Ausrüstung


Besonderheit Dunkelheit: Bei Dunkelheit ist der Ablauf analog. Allerdings wird ein Finger der linken Hand dazu benutzt, um die Patrone im Patronenlager zu ertasten


Mehr dazu in Waffenkultur Nr. 19 ab dem 30. November 2014: http://waffenkultur.com/