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Seit Anfang 2014 hat der österreichische Gebrauchswaffenhersteller die erste echte Taschenpistole im Programm: Die Glock 42 im Kaliber 9 mm Kurz.


Das Kaliber .380 Auto ist im Produktionsprogramm von Glock nicht neu. Es existieren bereits zwei Modelle. Die Glock 25 ist seit fast zehn Jahren auf dem Markt und entspricht mit ihrem Compact-Rahmen einer Glock 19. Die Glock 28 ist die Subcompact-Ausführung. Beide haben zweireihige Magazine. Konzipiert wurden diese .380-Modelle für Länder, in denen es Privatpersonen versagt bleibt, Handfeuerwaffen in militärischen Kalibern zu besitzen.
Die Patrone an sich ist über 100 Jahre alt und unter vielen Bezeichnungen bekannt. Neben 9 mm Kurz und .380 Auto wird sie auch noch gelistet als .380 ACP, 9 mm Browning short oder 9x17. Bis in die 1970er-Jahre hinein stand die Patrone im Dienst von Militär und insbesondere bei der Polizei. Legendär sind die frühen Spannabzugpistolen Walther PP und PPK eingerichtet für 9 mm Kurz. Seit den 70er-Jahren des letzten Jahrhunderts wurde die 9x17 zunehmend aus dem Bereich der behördlichen Dienstwaffen verdrängt und durch die stärkere 9x19 abgelöst. Im Segment der Kleinpistolen und Back-Up Waffen hielt sie aber ihren Status und gilt als leistungsstärkste Variante. Für gewöhnlich liegen die Geschossgewichte einer .380 Auto bei 90 gr. oder 95 gr., was zu einer Anfangsgeschwindigkeit von bis zu 300 m/s und einer Mündungsenergie von 280 J führen kann.



Gleichheiten und Unterschiede
Die Bedienelemente der Glock 42 unterscheiden sich äußerlich nicht von denen anderer Glock Pistolen. Sie hat den Magazinauslöser der Gen. 4, ebenfalls wechselbar zum Linkshandbetrieb. Der Schlittenfanghebel hat die gewohnte Position, Größe und Funktion. Der Abzug ist ein Glock Safe-Action mit seiner typischen Charakteristik, der bei gemessenen 4 kg bricht. Das Zerlegeprozedere ist identisch, ebenso die Tandemschließfeder der Gen. 4.
Die Waffe besitzt nur den Trigger Pin (Bauteil #28). Auf den Locking Block Pin (#34) wurde verzichtet. Beim Zerlegen zeigen sich erste Unterschiede. Um den Schlittenfanghebel entnehmen zu können, muss zuerst der Verschlussblock (#22) entfernt werden. Der Schlittenfanghebel ist nicht kompatibel zu anderen Glockmodellen.



Abzug
Die Glock 42 hat keine Abzugsfeder, sondern eine New-York-Trigger ähnliche Lösung. Was die Erklärung für den straffen Abzug liefert. Hat man in seiner Schießausbildung gelernt, beim Abkrümmen einen korrekten Bewegungsablauf auszuführen, stellen jedoch weder Abzugsgewicht noch Abzugscharakteristik eine Herausforderung dar. Trigger mechanism housing (#23) und Connector (#24) sind ebenfalls nicht kompatibel zu anderen Modellen.



Einsatzzweck
Das Griffstück besitzt die gleiche RTF-Haptik, wie andere Gen. 4 Glockpistolen auch. Die Waffe lässt sich im einhändigen Anschlag mit normal großen Händen noch gut bedienen. Auch eine stabile beidhändige Grifftechnik ist machbar. Obgleich beidhändiges Schießen dem Einsatzzweck einer Taschenpistole nicht ganz entspricht. Taschenpistolen sind nicht dafür gedacht, Feuergefechte zu führen. Sie stellen eine Option dar, in einer Konfrontation die Feuerüberlegenheit zu gewinnen. Was in diesem Fall wohl heißt, dass der Gegner unbewaffnet und/oder überrascht ist. In allen anderen Einsatzgebieten wird die Glock 42, wie jede andere Taschenpistole auch, den Kürzen ziehen. Zur sportlichen Verwendung taugt sie nicht aufgrund der kurzen Visierlinie. Auf der Jagd bringt sie zu wenig Energie ins Ziel und als Alternative für das Training mit einer Gebrauchswaffe sind die Munitionskosten im Kaliber .380 Auto zu hoch. Bleibt also nur das (sehr) verdeckte Führen. Wofür sich ein Minimalholster empfiehlt. Der Slime-Line Abzugsbügel hat statt den 16 mm Breite einer Glock 17 nur 12 mm. Das sollte beim Kauf bzw. der Anfertigung eines Minimalholsters aus Kydex beachtet werden.



Fazit
Im Gegensatz zu lediglich ?klein geschrumpften? Taschenpistolen besitzt die Glock 42 eine gute Ergonomie. Die Waffe schießt sich sehr angenehm. Wozu auch die niedrige Laufachse ihren Beitrag leistet.

Technische Daten
Modell: Glock 42
Hersteller: Glock Österreich
Kaliber: .380 Auto
L x B x H: 14 cm x 2,2 cm x 10 cm
Lauflänge: 68 mm
Visierlinie: 125 mm
Abzugsgewicht: ca. 4 kg
Gewicht: 390 g
Magazinkapazität: 6+1

Mehr dazu in Waffenkultur Ausgabe 15 ab 30. März 2014