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Der Beitrag über das einhändige Bedienen einer Pistole, insbesondere beim Nachladen und der Störungsbeseitigung, warf zum Teil eine kontroverse Diskussion auf. Ich möchte mich für die Hinweise der Leser bedanken und das Thema hier nochmals aufgreifen.


Leitgedanke der Technik
Mit Eintrag vom 8. September 2010 ist in diesem Internettagebuch ein Beitrag zu >> Pistole (einhändig) veröffentlicht. Darin werden Techniken beschrieben, mit denen nach dem Ausfall einer Hand die Pistole dennoch in Feuerbereitschaft gehalten bzw. wieder in Feuerbereitschaft versetzt werden kann.
Die Darstellung vertritt dabei folgenden Leitgedanke: Es ist besser eine Technik zu beherrschen, die für die meisten aller Fälle anwendbar ist, als mehrere Techniken für verschiedene Sonderfälle einige Male geübt zu haben. Gesucht wird das Maximum für den allgemeinen Fall, nicht das Optimum für den speziellen Fall.

Bewegungsfreiheit vs. Baukastensystem
Konkret ging es bei den Leserzuschriften darum, sich die Pistole für Ladetätigkeiten zwischen die Knie zu klemmen. Mehrfach wurde die Frage aufgeworfen, ob man sich dadurch nicht selbst in seiner Bewegungsfreiheit einschränke. Die Antwort ist: ?Ja, das tut man. Mit einer Pistole zwischen den Knien schränkt man seine Bewegungsmöglichkeit sogar sehr massiv ein.?, was ein Nachteil dieser Technik sein kann.
Jedoch überwiegen hier die Vorteile, die der Vereinheitlichungsgedanke mit sich bringt.

Wahrnehmungsfähigkeit und Schiefgehfaktor
Eine bewaffnete Konfrontation ist immer von Chaos und hoher Dynamik geprägt. Beträgt die Distanz zum Gegner nur einige Meter, die schnellen Schrittes innerhalb von weniger als zwei Sekunden überwunden werden können, wird sich niemand die Pistole zwischen die Knie klemmen, um sie nachzuladen. Jede andere Nachladetechnik ist in diesem Fall aber genau so wenig Erfolg versprechend. Besonders dann, wenn nur eine Hand zur Verfügung steht. In dieser Situation wäre es vermutlich das Beste, zu versuchen, die Pistole den Gegner an den Kopf zu werfen und somit seinen O.D.A.A.-Loop zu unterbrechen. Im folgenden Handgemenge hat man auch weiterhin nur eine Hand zur Verfügung. Machen wir uns nichts vor: In einer andauernden Konfrontation verwundet zu werden, mindert die Siegchancen drastisch.
Jedoch nicht alle Schießereien finden in extremer Nahdistanz statt. Manchmal ist es möglich Deckung zu nehmen oder es tritt eine Kampfpause ein. Dann ist es wichtig, Techniken zu beherrschen, seine Faustfeuerwaffe wieder in Feuerbereitschaft zu versetzen. Wenn es die Situation fordert auch einhändig.

Auch die Wahrnehmungsfähigkeit, die Motorik und der Intelligenzquotient werden in Hochstressphasen schwerwiegend herabgesetzt. Unter mehreren Techniken die einige Male geübt wurden, die richtige auszuwählen, beansprucht Gehirnkapazitäten, die nicht zur Verfügung stehen werden. Entscheidungsfindung unter Zwang hat immer einen hohen Schiefgehfaktor. Deshalb ist es besser, eine Technik verinnerlicht zu haben, deren Nachteile kalkulierbar sind, die aber im Gegenzug für alle Situationen praktikable Lösungsansätze bietet.





Für das einhändige Bedienen einer Pistole ist das Klemmen zwischen die Knie eine solche Technik. Sie funktioniert sowohl im Stehen als auch im Knien als auch in Rückenlage oder seitlich links / rechts liegend, wenn ein Mindestmaß an Deckung genutzt werden soll. Sie funktioniert mit der rechten Hand gleichermaßen wie mit links. Ebenfalls fügt sie sich in das Baukastensystem ein, wenn beispielsweise die Waffe mit links gezogen wird und umgegriffen werden muss. Dem Vereinheitlichungsgedanke wird hier Rechnung getragen. Die Technik ist weitestgehend universell einsetzbar, sie ist einfach zu erlernen und stressstabil.