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Die Grifftechnik ist die unmittelbare Schnittstelle zwischen Mensch und Waffe. Sie hat erheblichen Einfluss auf die Präzision bei schnellen Schussserien. Die eigene Grifftechnik zu perfektionieren kann manchmal ein Prozess von mehreren Jahren sein.


Wer den beidhändigen Kurzwaffenanschlag erfunden hat, ist nicht eindeutig nachvollziehbar. Fest steht jedoch, dass viele Personen Einfluss auf seine Entwicklung hatten. Teilweise wurde versucht, mit wissenschaftlicher Akribie ein Optimum herbeizuführen.
Für den Aufbau einer stabilen Grifftechnik sind zwei Kriterien ausschlaggebend: Zum einen muss die Pistole so hoch wie möglich gefasst werden, um die bestmögliche Kontrolle über das Drehmoment der Waffe während der Schussabgabe zu erlangen. Zum anderen muss so viel Handfläche wie möglich an der Pistole anliegen, um den Rückstoß der Waffe besser verarbeiten zu können. Je mehr Handfläche, desto mehr Reibung, desto mehr Rückstoßkontrolle.

Aufbau des stabilen Waffengriffs
Der Griff muss fest sein, darf aber nicht verkrampfen. Empfehlenswert ist, die Waffe mit der rechten Hand so hoch zu fassen, wie es die Griffstückgestaltung erlaubt. Der Daumen der Rechten (also der Schusshand) darf dabei nicht an der Waffe liegen, sondern muss der linken Hand ausreichend Platz lassen, dass auch diese möglichst hoch an das Griffstück angelegt werden kann. Der linke Daumen zeigt dabei nach vorn und liegt am Rahmen an, um die Waffe zusätzlich zu stabilisieren. Die Finger der linken Hand sollten das Griffstück so umschließen, dass sie geöffnet in einem Winkel von ca. 45° nach unten zeigen würden. Im oberen Bereich des linken Handgelenks (die Verlängerung des Daumens) sollte sich dabei etwas Spannung aufbauen. Die Haltearbeit wird maßgeblich von der linken Hand erbracht. Die Rechte liegt relativ entspannt am Griffstück. Der Daumen der rechten Hand kommt ohne weitere Funktion auf der linken Hand zu liegen.






Ein Drücken mit dem rechten Arm nach vorn bei gleichzeitigem Zurückziehen der linken Hand, ist bei dieser Technik nicht erforderlich.


Auf was zu achten ist

Manchmal kommt es vor, dass der Daumenballen der Linken Kontakt zum Schlittenfanghebel bekommt und somit ein Arretieren des Schlittens bei leergeschossenem Magazin unterbindet.



Nach dem Beseitigen einer Störung oder dem Nachladen der Waffe sollte im Training unbedingt darauf geachtet werden, wieder die korrekte Grifftechnik herzustellen. Alle anderen Varianten, die zwar einen vermeintlichen Zeitgewinn bringen aber weit weniger stabil sind, sollten als nicht akzeptabel verworfen werden. Das gleiche gilt für das Ziehen der Waffe unter Zeitdruck.



Was ebenfalls kontraproduktiv wirkt, sind diverse Grifftechnik-Variationen. Beide Daumen nach oben stehen lassen, ist auf Schießständen oft zu beobachten. Besonders bei Schützen, die nach der Lehrmeinung der Modern Technique oder des Weaver Stance schießen. Einen Vorteil bringt diese Modifikation ebenso wenig, wie das Kreuzen der Daumen auf der linken Waffenseite.

Fazit
Selbst kleine Verbesserungen der Grifftechnik können für den Anwender große Auswirkungen haben. Die Perfektionierung der eigenen Technik kann daher manchmal ein Prozess sein, der mehrere Jahre dauert. Hierzu sollte auch auf die Hilfe eines kompetenten Ausbilders zurückgegriffen werden. Experten in Sachen Grifftechnik sind beispielsweise Paul Gomez oder Andy Stanford. Der stabile Waffengriff ist ein zentrales Ausbildungselement des zweitägigen Schießkurses Surgical Speed Shooting von Andy Stanford und des Kurs Pistole 1 von Akademie 0/500.

Pistole 1 mit Akademie 0/500